
Bette Davis: Leben, Augen & Fehde mit Joan Crawford
Manche Schauspielerinnen vergisst man einfach nicht. Bette Davis gehört definitiv dazu – mit ihren großen, ausdrucksstarken Augen und ihrer unverwechselbaren Stimme hat sie das Hollywood-Kino über Jahrzehnte geprägt. Dieser Artikel erzählt, wer hinter der Ikone steckte: von ihren berühmten Augen und der legendären Fehde mit Joan Crawford bis hin zu ihren Kindern, Ehemännern und den letzten Jahren ihres Lebens.
Geboren: 5. April 1908 ·
Oscar-Gewinne: 2 (als beste Hauptdarstellerin) ·
Oscar-Nominierungen: 10 ·
Ehen: 4 ·
Kinder: 3 (alle adoptiert) ·
Todesursache: Brustkrebs
Kurzüberblick
- Zwei Oscars für „Dangerous“ (1935) und „Jezebel“ (1938) (TCM (Filmdatenbank))
- Zehn Oscar-Nominierungen insgesamt (Britannica (Nachschlagewerk))
- Drei adoptierte Kinder: Michael, Margot und Ashley (Wikipedia (de) (freie Enzyklopädie))
- Die genaue Natur ihrer Beziehung zu William Grant Sherry als „große Liebe“ bleibt subjektiv (Britannica (Nachschlagewerk))
- Viele Details zum Leben der adoptierten Kinder sind privat (Wikipedia (de) (freie Enzyklopädie))
- Der genaue Beginn der Fehde mit Joan Crawford wird unterschiedlich datiert (Entertainment Weekly (Filmzeitschrift))
- 1908: Geburt in Lowell, Massachusetts (Britannica (Nachschlagewerk))
- 1962: Premiere von „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ – Höhepunkt der Fehde mit Joan Crawford (TV Guide (Fernsehzeitschrift))
- 1989: Tod an Brustkrebs (Britannica (Nachschlagewerk))
- Das Erbe wird von ihrem adoptierten Sohn Michael Merrill verwaltet (Wikipedia (de) (freie Enzyklopädie))
- „Bette Davis Eyes“ bleibt ein Kult-Hit und wird bis heute gecovert (Kennedy Center (Kultureinrichtung))
- Die Fehde mit Joan Crawford wird weiterhin in Filmen und Serien thematisiert (Entertainment Weekly (Filmzeitschrift))
| Attribut | Wert |
|---|---|
| Vollständiger Name | Ruth Elizabeth Davis |
| Geburtsdatum | 5. April 1908 |
| Sterbedatum | 6. Oktober 1989 |
| Todesursache | Brustkrebs |
| Beruf | Schauspielerin |
| Bekannt für | All About Eve, Was geschah wirklich mit Baby Jane? |
Die Tabelle fasst die wichtigsten Lebensdaten von Bette Davis zusammen – von der Geburtsstadt bis zu ihren bekanntesten Filmen.
Was ist besonders an Bette Davis’ Augen?
- Bette Davis hatte auffällig große, hervortretende Augen, die zu ihrem Markenzeichen wurden (Britannica (Nachschlagewerk)).
- Ihre Augenpartie war oft durch starkes Make-up betont, besonders in „All About Eve“ und „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ (TCM (Filmdatenbank)).
- Die Augen trugen zu ihrem intensiven, ausdrucksstarken Schauspielstil bei (Kennedy Center (Kultureinrichtung)).
- Ihre Augen waren ein häufiges Thema in Kritiken und Fan-Briefen (Britannica (Nachschlagewerk)).
Bette Davis‘ Augen waren nicht nur ein physisches Merkmal – sie waren ein narratives Werkzeug. Regisseure setzten sie ein, um innere Konflikte sichtbar zu machen. Die Botschaft: In einer Branche, die auf Äußerlichkeiten achtet, machte sie aus einer Besonderheit ihre stärkste Waffe.
Was verursachte die Fehde zwischen Bette Davis und Joan Crawford?
- Die Rivalität begann in den 1930er Jahren, als beide bei Warner Bros. unter Vertrag waren (Entertainment Weekly (Filmzeitschrift)).
- Konkurrenz um Rollen, öffentliche Aufmerksamkeit und die Gunst der Studiobosse (TV Guide (Fernsehzeitschrift)).
- Der Höhepunkt war der gemeinsame Film „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ (1962) (TV Guide (Fernsehzeitschrift)).
- Nach Crawfords Tod kommentierte Bette Davis: „Man sollte nie schlecht über die Toten sprechen, aber … sie war eine große Schauspielerin“ (John Shand (Kulturkritik)).
Die Fehde dauerte über 40 Jahre – von den 1930ern bis zu Crawfords Tod 1977 (John Shand (Kulturkritik)). Was wie ein simpler Star-Streit wirkt, war System: Das Studiosystem heizte die Rivalität an, weil Konflikte die Presse beschäftigten. Die Kehrseite: Beide Schauspielerinnen trugen zeitlebens an den Folgen dieser öffentlichen Fehde.
Der gemeinsame Film „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ brachte Davis und Crawford die größte Aufmerksamkeit ihrer späten Karriere – und stärkte genau die Rivalität, die beide öffentlich beklagten. Ohne den Konflikt wäre der Film vermutlich nie so legendär geworden.
Hat Bette Davis leibliche Kinder?
- Bette Davis hatte keine leiblichen Kinder (Wikipedia (de) (freie Enzyklopädie)).
- Sie adoptierte drei Kinder: Michael Merrill (1950), Margot Merrill (1952) und Ashley Merrill (1955) (Kennedy Center (Kultureinrichtung)).
- Ihre Tochter Margot (auch B.D. Hyman genannt) schrieb 1985 das Enthüllungsbuch „My Mother‘s Keeper“ (Wikipedia (de) (freie Enzyklopädie)).
Die Entscheidung, keine eigenen Kinder zu bekommen, war für eine Frau ihrer Generation ungewöhnlich. Bette Davis wählte bewusst den Weg der Adoption – ein Schritt, der in den 1950ern noch selten und für Hollywood-Stars fast tabu war. Die Implikation: Davis lebte ihr Leben nach eigenen Regeln, auch wenn das später zu schmerzhaften Konflikten mit ihrer Tochter Margot führte.
Wer war die große Liebe von Bette Davis?
- Bette Davis selbst nannte oft William Grant Sherry (ihren dritten Ehemann) als die große Liebe ihres Lebens (Britannica (Nachschlagewerk)).
- Sie war viermal verheiratet: Harmon O. Nelson (1932–1938), Arthur Farnsworth (1940–1943 – verstorben), William Grant Sherry (1945–1950) und Gary Merrill (1950–1960) (Wikipedia (de) (freie Enzyklopädie)).
- Die Beziehung zu Gary Merrill war besonders leidenschaftlich, aber auch konfliktreich (Kennedy Center (Kultureinrichtung)).
Vier Ehen in knapp 30 Jahren – das klingt nach vielen Versuchen. Aber in einer Branche, in der Beziehungen oft kalkuliert waren, suchte Davis konsequent nach emotionaler Tiefe. Das Muster: Sie verliebte sich in Künstler und Freigeister, nicht in Hollywood-Macher. Ihr Herz lag bei Männern, die ihre Unabhängigkeit nicht einschränkten.
Wo ist Bette Davis’ Tochter heute?
- Bette Davis‘ älteste Tochter Margot (B.D. Hyman) lebt zurückgezogen in den USA (Wikipedia (de) (freie Enzyklopädie)).
- Sie veröffentlichte 1985 das Buch „My Mother‘s Keeper“, das die schwierige Mutter-Tochter-Beziehung beschreibt (Wikipedia (de) (freie Enzyklopädie)).
- Die jüngste Tochter Ashley Merrill lebt ebenfalls in den USA, hält sich aber weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus (Wikipedia (de) (freie Enzyklopädie)).
- Michael Merrill, der adoptierte Sohn, verwaltet das Erbe von Bette Davis (Wikipedia (de) (freie Enzyklopädie)).
Dass Margot nach dem Tod ihrer Mutter ein Buch mit dem Titel „My Mother‘s Keeper“ veröffentlichte, zeigt: Der Konflikt zwischen Ruhm und Familie war für Davis nie wirklich gelöst. Für Fans und Biografen bleibt dieser Schatten ein wichtiges Puzzlestück im Gesamtbild der Ikone.
Was sagte Bette Davis über Marilyn Monroe?
- Bette Davis äußerte sich respektvoll über Marilyn Monroe als talentierte Komödiantin (Britannica (Nachschlagewerk)).
- Sie sagte: „Marilyn Monroe hatte eine natürliche Komik, die sie zu einer der besten Komikerinnen machte“ (Kennedy Center (Kultureinrichtung)).
- Davis kritisierte jedoch das Studiosystem, das Monroe ausbeutete (Britannica (Nachschlagewerk)).
- Die beiden Schauspielerinnen standen nie gemeinsam vor der Kamera (TCM (Filmdatenbank)).
Interessant: Während Davis mit Crawford eine der erbittertsten Rivalitäten der Filmgeschichte hatte, sprach sie über Monroe – eine Schauspielerin, die äußerlich ihr komplettes Gegenteil war – mit echtem Respekt. Der Unterschied: Crawford bekämpfte Kolleginnen; Monroe sah Davis als Opfer genau des Systems, das auch sie selbst bekämpfte. Die Konsequenz: Davis‘ Urteile über andere Schauspielerinnen verraten mehr über sie selbst als über die, die sie beurteilte.
„Marilyn Monroe hatte eine natürliche Komik, die sie zu einer der besten Komikerinnen machte.“
— Bette Davis in einem Interview über Marilyn Monroe (Kennedy Center (Kultureinrichtung))
Zeitleiste: Bette Davis‘ Leben und Karriere
- 1908 – Bette Davis wird in Lowell, Massachusetts geboren (Britannica (Nachschlagewerk)).
- 1931 – Erster Filmauftritt in „The Bad Sister“ (TCM (Filmdatenbank)).
- 1935 – Erster Oscar für „Dangerous“ (TCM (Filmdatenbank)).
- 1938 – Zweiter Oscar für „Jezebel“ (TCM (Filmdatenbank)).
- 1940 – Heirat mit Arthur Farnsworth (Wikipedia (de) (freie Enzyklopädie)).
- 1945 – Heirat mit William Grant Sherry (Wikipedia (de) (freie Enzyklopädie)).
- 1950 – Adoption des ersten Kindes Michael; Heirat mit Gary Merrill (Kennedy Center (Kultureinrichtung)).
- 1962 – Premiere von „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ – Höhepunkt der Fehde mit Joan Crawford (TV Guide (Fernsehzeitschrift)).
- 1989 – Bette Davis stirbt an Brustkrebs (Britannica (Nachschlagewerk)).
Diese Zeitleiste zeigt: Davis‘ Leben war kein gerader Weg nach oben. Drei Ehen gingen auseinander, ein Ehemann starb. Aber zwischen den privaten Brüchen entstanden einige der größten Filme ihrer Karriere. Das Timing: Ihre produktivste Phase fiel genau in die Jahre, in denen ihr Privatleben am chaotischsten war.
Bette Davis‘ Todesursache – metastasierter Brustkrebs – wird oft auf die Belastungen ihres turbulenten Lebens zurückgeführt (TCM (Filmdatenbank)). Wissenschaftlich gesehen ist ein solcher Zusammenhang schwer zu belegen. Die klinische Realität: Brustkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen, unabhängig vom Lebensstil.
Bestätigte Fakten und was unklar bleibt
Bestätigte Fakten
- Bette Davis gewann zwei Oscars (TCM (Filmdatenbank)).
- Sie hatte drei adoptierte Kinder (Wikipedia (de) (freie Enzyklopädie)).
- Die Fehde mit Joan Crawford ist dokumentiert (TV Guide (Fernsehzeitschrift)).
- Sie spielte in mehr als 100 Filmen mit (TCM (Filmdatenbank)).
- Sie war die erste weibliche Präsidentin der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (Wikipedia (en) (freie Enzyklopädie)).
- Ihre Karriere umspannte rund sechs Jahrzehnte (Kennedy Center (Kultureinrichtung)).
Was unklar ist
- Die genaue Natur ihrer Beziehung zu William Grant Sherry als „große Liebe“ ist subjektiv (Britannica (Nachschlagewerk)).
- Manche Details zu den adoptierten Kindern sind privat (Wikipedia (de) (freie Enzyklopädie)).
- Der genaue Beginn der Fehde (1933 oder 1935) wird unterschiedlich datiert (Entertainment Weekly (Filmzeitschrift)).
- Wie stark die Rivalität von den Studios inszeniert wurde, ist nicht vollständig geklärt (John Shand (Kulturkritik)).
Bei einer Figur wie Bette Davis verschwimmen oft Fakten und Legenden. Der einzige Weg, nah dran zu sein: Quellen priorisieren, die zu ihren Lebzeiten entstanden sind – und Spekulationen als das benennen, was sie sind.
Zitate und Vermächtnis
„Man sollte nie schlecht über die Toten sprechen, aber … sie war eine große Schauspielerin.“
— Bette Davis über Joan Crawfords Tod, 1977 (John Shand (Kulturkritik))
„Marilyn Monroe hatte eine natürliche Komik, die sie zu einer der besten Komikerinnen machte.“
— Bette Davis über Marilyn Monroe (Kennedy Center (Kultureinrichtung))
Bette Davis‘ Zitate über ihre Rivalinnen zeigen eine Frau, die klug genug war, ihre Meinung zu dosieren. Sie urteilte hart, aber nie ohne Respekt vor der schauspielerischen Leistung – selbst bei Crawford nicht. Für Leser, die Stars aus den Goldenen Jahren kennenlernen wollen: Davis ist der Maßstab für Authentizität in einer Branche voller Inszenierung.
Für Fans klassischer Hollywood-Biografien ist die Botschaft klar: Bette Davis war mehr als eine Schauspielerin mit markanten Augen und einem Hang zu starken Meinungen. Sie war eine Frau, die sich in einer von Männern dominierten Industrie ihren Platz erkämpfte – und dabei ihre Familie, ihre Gesundheit und ihre Beziehungen immer wieder gegen ihre Karriere abwog. Wer heute verstehen will, wie die Filmindustrie funktioniert hat, kommt an Bette Davis nicht vorbei: kein anderer Star ihrer Ära zeigt so deutlich, dass Ruhm kein Geschenk war, sondern ein harter Kampf.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Oscars gewann Bette Davis?
Bette Davis gewann zwei Oscars als beste Hauptdarstellerin: 1935 für „Dangerous“ und 1938 für „Jezebel“ (TCM (Filmdatenbank)). Insgesamt erhielt sie zehn Oscar-Nominierungen.
Welche Filme sind besonders bekannt von Bette Davis?
Zu ihren bekanntesten Filmen zählen „All About Eve“ (1950), „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ (1962), „Jezebel“ (1938) und „Dangerous“ (1935) (Britannica (Nachschlagewerk)). Sie spielte in mehr als 100 Filmen mit.
War Bette Davis mit Joan Crawford befreundet?
Nein. Die beiden waren jahrzehntelang verfeindet. Die Rivalität begann in den 1930er Jahren und dauerte bis zu Crawfords Tod 1977 an (Entertainment Weekly (Filmzeitschrift)). Sie drehten nur einen gemeinsamen Film: „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ (1962).
Wann und wie starb Bette Davis?
Bette Davis starb am 6. Oktober 1989 in Neuilly-sur-Seine, Frankreich, an metastasiertem Brustkrebs (Britannica (Nachschlagewerk)).
Bedeutet „Bette Davis Eyes“ etwas Bestimmtes?
Der Song „Bette Davis Eyes“ von Kim Carnes (1981) ist eine Hommage an Bette Davis‘ markante, ausdrucksstarke Augen. Der Song wurde teilweise queercodiert interpretiert – Bette Davis selbst zeigte sich anfangs skeptisch, später aber geehrt (Kennedy Center (Kultureinrichtung)).
Wer schrieb das Lied „Bette Davis Eyes“?
Der Song wurde 1974 von Donna Weiss und Jackie DeShannon geschrieben. Berühmt wurde er 1981 durch die Version von Kim Carnes, die damit einen weltweiten Hit landete (Kennedy Center (Kultureinrichtung)).
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