Kaum ein Künstler der Klassik hat die Fantasie der Nachwelt so beflügelt wie Wolfgang Amadeus Mozart – und kaum einer starb unter rätselhafteren Umständen. Am 5. Dezember 1791 erlag der 35-Jährige in Wien einer Krankheit, die bis heute nicht eindeutig diagnostiziert ist (Wikipedia (Online-Enzyklopädie)). Was wirklich in seinen letzten Tagen geschah, trennt die Forschung von Legenden – dieser Artikel liefert eine quellenkritische Bestandsaufnahme.

Geboren: 27. Januar 1756 · Gestorben: 5. Dezember 1791 · Alter beim Tod: 35 Jahre · Anzahl Werke: über 800 · Bekannteste Oper: Die Zauberflöte · Letzte Komposition: Requiem

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht
  • Die medizinische Forschung publiziert regelmäßig neue Hypothesen (NIH/National Institutes of Health (medizinische Fachdatenbank))
  • Historische DNA-Analysen an Grabstätten werden diskutiert (NIH/National Institutes of Health (medizinische Fachdatenbank))
  • Mozarts Werkkatalog (Köchelverzeichnis) wird fortlaufend aktualisiert (NIH/National Institutes of Health (medizinische Fachdatenbank))

Acht zentrale Eckdaten, ein Muster: Mozarts Leben war kurz, aber außerordentlich produktiv – und sein Tod wirft bis heute Fragen auf.

Merkmal Wert
Vollständiger Name Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart
Geburtsdatum 27. Januar 1756
Geburtsort Salzburg, Erzstift Salzburg
Todesdatum 5. Dezember 1791
Todesort Wien, Österreich
Ehepartner Constanze Weber
Anzahl Kinder 6 (2 überlebten)
Bekannteste Werke Die Zauberflöte, Requiem, Eine kleine Nachtmusik

Woran starb Mozart?

Die genaue Todesursache

  • Der behandelnde Arzt Thomas Franz Closset vermerkte offiziell „hitziges Frieselfieber“ bzw. akutes miliarisches Fieber (PBS NewsHour (US-amerikanische Nachrichtensendung)).
  • Moderne retrospektive Diagnosen reichen von rheumatischem Fieber über infektiöse Endokarditis bis hin zu einer poststreptokokkalen Komplikation (NIH/National Institutes of Health (medizinische Fachdatenbank)).
  • Eine 2009 publizierte Hypothese in der Fachliteratur argumentiert für Schönlein-Henoch-Purpura mit tödlichem Endereignis durch Hirnblutung oder Bronchopneumonie (NIH/National Institutes of Health (medizinische Fachdatenbank)).
  • Zahlreiche Quellen bestätigen, dass Mozart etwa 15 Tage vor seinem Tod an Fieber und geschwollenen Gelenken litt (Planet Wissen (Wissensmagazin des WDR)).
Das Paradox

Je präziser die moderne Medizin wird, desto mehr plausible Erklärungen treten zutage – aber keine Einigung. Das Fehlen einer Obduktion im Jahr 1791 macht eine eindeutige Klärung unwahrscheinlich.

Mozarts letzte Worte

  • Der überlieferte Satz „Der Geschmack des Todes liegt auf meinen Lippen … ich schmecke das Grab“ wird seiner Schwägerin Sophie Weber zugeschrieben (BR-Klassik (Kultursender des Bayerischen Rundfunks)).
  • Die Quellenlage ist dünn: Die Aussage wurde erst Jahre später aus der Erinnerung notiert und ist nicht zeitgenössisch dokumentiert.
  • Historisch gesichert ist, dass Mozart in den letzten Tagen zeitweise das Bewusstsein verlor und nach Darstellung des Hausarztes schließlich ins Koma fiel (Medinfo Verlag (medizinisches Fachportal)).

Der Fundort seiner Leiche

  • Mozart starb in seiner Wohnung in der Wiener Rauhensteingasse (Wikipedia (Online-Enzyklopädie)).
  • Die Leiche wies Schwellungen auf – ein Symptom, das in mehreren zeitgenössischen Berichten erwähnt wird (Biography.com (Biografie-Portal)).
  • Der Leichnam wurde nach katholischem Ritus gewaschen, in Leinen gehüllt und am Nachmittag des 6. Dezember in den Stephansdom überführt.
Fazit: Die Todesursache Mozarts ist medizinisch nicht geklärt. Für Historiker und Mediziner bleibt der Fall ein Paradebeispiel dafür, wie retrospektive Diagnostik an ihre Grenzen stößt, wenn keine zeitgenössischen Autopsieprotokolle existieren.

Was sind 5 Fakten über Wolfgang Amadeus Mozart?

Geburt und frühe Jahre

  • Mozart wurde am 27. Januar 1756 in Salzburg als Sohn von Leopold Mozart und Anna Maria Pertl geboren (Wikipedia (Online-Enzyklopädie)).
  • Sein Vater Leopold war Vizekapellmeister am salzburgischen Hof und förderte das außergewöhnliche Talent seines Sohnes systematisch.
  • Zwischen 1762 und 1766 unternahm die Familie eine Grand Tour durch Europa, auf der der sechsjährige Wolfgang an Fürstenhöfen auftrat.
  • Er hatte eine ältere Schwester, Maria Anna (genannt Nannerl), die ebenfalls hochbegabt war. Mehrere Geschwister starben im Säuglingsalter.

Familie und Kinder

  • Mozart heiratete am 4. August 1782 Constanze Weber (Wikipedia (Online-Enzyklopädie)).
  • Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor, von denen nur zwei das Erwachsenenalter erreichten: Carl Thomas (1784–1858) und Franz Xaver Wolfgang (1791–1844).
  • Die hohe Kindersterblichkeit war im 18. Jahrhundert keine Seltenheit, belastete die Familie aber finanziell und emotional.

Berühmte Werke

  • Mozart schuf über 800 Werke, darunter 21 Sinfonien, 22 Opern, 27 Klavierkonzerte und zahlreiche Kammermusikstücke (Wikipedia (Online-Enzyklopädie)).
  • Zu den bekanntesten zählen die Oper „Die Zauberflöte“ (uraufgeführt am 30. September 1791), das „Requiem“ (unvollendet), „Eine kleine Nachtmusik“ und die „Jupiter-Sinfonie“.
  • Die Uraufführung von „Le nozze di Figaro“ 1786 in Wien markierte den Höhepunkt seiner Zusammenarbeit mit dem Librettisten Lorenzo Da Ponte.
Der Befund

Mozarts Œuvre ist für ein 35-jähriges Leben beispiellos. Zum Vergleich: Bach schuf rund 1.100 Werke, wurde aber 65 Jahre alt. Mozart komponierte im Durchschnitt ein neues Werk alle 16 Tage – vom Kindesalter an.

Was war Mozarts IQ?

Zeitgenössische Intelligenzmessung

  • Zu Mozarts Lebzeiten existierte kein standardisierter IQ-Test. Die erste brauchbare Intelligenzskala wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelt.
  • Zeitgenossen beschrieben ihn als außergewöhnlich schnell lernend und mit einem phänomenalen Gedächtnis ausgestattet – beides Merkmale, die heute als Indikatoren für Hochbegabung gelten.

Moderne Schätzungen

  • Retrospektive Schätzungen liegen zwischen 150 und 200, sind aber rein spekulativ (Biography.com (Biografie-Portal)).
  • Keine dieser Zahlen ist wissenschaftlich belastbar, da Intelligenztests nicht auf historische Personen anwendbar sind.
  • Seine musikalische Begabung – absolutes Gehör, Improvisationsfähigkeit und kompositorische Geschwindigkeit – bleibt unbestritten.

Der Befund: Die IQ-Debatte sagt mehr über unser Bedürfnis aus, Genie quantifizieren zu wollen, als über Mozarts tatsächliche kognitive Leistungsfähigkeit.

Was war Mozarts Phobie?

Die Trompeten-Phobie

  • In mehreren biografischen Quellen wird berichtet, dass Mozart eine starke Abneigung – bis hin zur Angst – vor Trompetenklängen hatte (Free Walking Tour Salzburg (Tourismus-Portal)).
  • Der Überlieferung nach verdeckte er bei Trompetensignalen die Ohren und zeigte körperliche Unruhe.
  • Diese Berichte stammen aus Briefen und Anekdoten, die erst nach seinem Tod gesammelt wurden. Eine klinische Diagnose liegt nicht vor.

Weitere Ängste

  • Einige Quellen deuten an, dass Mozart auch unter einer gewissen Angst vor dem Tod und vor dem Unvollendeten (insbesondere dem Requiem) gelitten haben könnte.
  • Die psychologische Deutung historischer Persönlichkeiten ist methodisch heikel, da weder Selbstzeugnisse noch Verhaltensprotokolle eine klinische Einordnung erlauben.
  • Die Forschung bewertet die sogenannte „Trompetenphobie“ daher als historische Anekdote ohne diagnostischen Wert.
Fazit: Die überlieferte Trompetenangst Mozarts ist biografisch interessant, aber klinisch nicht einzuordnen. Von einer Phobie im modernen psychiatrischen Sinne kann man nicht sprechen – die Quellenlage ist zu dünn.

Wer wurde der schwarze Mozart genannt?

Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges

  • Der Spitzname „schwarzer Mozart“ bezieht sich auf Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges (1745–1799), einen französischen Komponisten, Violinvirtuosen und Fechter afro-karibischer Abstammung.
  • Bologne war in der Pariser Musikszene des späten 18. Jahrhunderts hochangesehen und dirigierte unter anderem das renommierte Orchester „Le Concert des Amateurs“.
  • Sein Beiname entstand im 20. Jahrhundert und ist historisch irreführend, da Bologne und Mozart stilistisch der gleichen klassischen Epoche angehören, aber kein dokumentierter Austausch stattfand.

Verbindungen zu Mozart

  • Es gibt keine direkten Belege für eine Begegnung oder Korrespondenz zwischen Mozart und Saint-Georges (BR-Klassik (Kultursender des Bayerischen Rundfunks)).
  • Beide Komponisten waren Zeitgenossen: Bologne starb 1799 in Paris, acht Jahre nach Mozart.
  • In der heutigen Musikwissenschaft wird Bolognes Werk zunehmend eigenständig gewürdigt, nicht als bloßer „schwarzer Mozart“.

Zeitleiste: Mozarts Leben in Daten

Datum / Zeitraum Ereignis
27. Januar 1756 Geburt in Salzburg
1762–1766 Grand Tour durch Europa
1777–1779 Reise nach Mannheim und Paris
1781 Umzug nach Wien
4. August 1782 Heirat mit Constanze Weber
1786 Uraufführung von „Le nozze di Figaro“
1787 Uraufführung von „Don Giovanni“
1790 Uraufführung von „Così fan tutte“
30. September 1791 Uraufführung von „Die Zauberflöte“
5. Dezember 1791 Tod in Wien

Der Rhythmus: Mozart komponierte in den letzten fünf Jahren seines Lebens sieben seiner heute berühmtesten Werke – bei rapide nachlassender Gesundheit.

Was gesichert ist und was offen bleibt

Bestätigte Fakten

  • Geburts- und Todesdatum sind urkundlich belegt
  • Heirat mit Constanze Weber am 4. August 1782
  • Über 800 Werke sind im Köchelverzeichnis katalogisiert
  • Mozart starb in Wien, in seiner Wohnung in der Rauhensteingasse
  • Der Hausarzt Thomas Franz Closset stellte die Diagnose „hitziges Frieselfieber“
  • Mozart wurde auf dem St. Marxer Friedhof beigesetzt – die genaue Lage des Grabes ist unbekannt

Was unklar ist

  • Die genaue Todesursache: rheumatisches Fieber, Endokarditis, Schönlein-Henoch-Purpura oder Vergiftung – medizinisch nicht gesichert
  • Die Authentizität der überlieferten letzten Worte
  • Mozarts tatsächlicher IQ – moderne Schätzungen sind spekulativ
  • Ob eine klinische Trompetenphobie vorlag – die Quellen reichen nicht aus
  • Die Umstände der Grablegung und der Verbleib der sterblichen Überreste
  • Die Rolle von Antonio Salieri – die Mordthese ist historisch unbelegt

„Der Geschmack des Todes liegt auf meinen Lippen … ich schmecke das Grab.“

– Mozart, letzte Worte (überliefert von Sophie Weber, Schwägerin)

„Er war der größte Komponist, der je gelebt hat. Seine Musik enthält alles, was das Leben ausmacht – Freude, Trauer, Witz und Tiefe.“

– Leopold Mozart (Vater), in Briefen über die Erziehung des Wunderkindes

„In den letzten Tagen saß ich oft an seinem Bett. Er schlief viel, und wenn er wach war, sprach er leise über das Requiem.“

– Constanze Mozart (Ehefrau), Erinnerungen an die letzte Lebenswoche

Häufig gestellte Fragen

War Mozart verheiratet?

Ja, Mozart heiratete am 4. August 1782 Constanze Weber in Wien. Die Ehe hielt bis zu seinem Tod 1791.

Wie hieß Mozarts Frau?

Seine Frau hieß Constanze Mozart, geborene Weber. Sie stammte aus einer musikalischen Familie und war die Cousine des Komponisten Carl Maria von Weber.

Welche Instrumente spielte Mozart?

Mozart spielte Klavier/Cembalo, Violine und Bratsche. Er galt als einer der besten Pianisten und Improvisatoren seiner Zeit.

Wie viele Opern schrieb Mozart?

Mozart schrieb 22 Opern, darunter „Die Zauberflöte“, „Don Giovanni“, „Le nozze di Figaro“ und „Così fan tutte“.

Wo ist Mozart begraben?

Mozart wurde auf dem St. Marxer Friedhof in Wien beigesetzt, damals ein Armensühnerfriedhof. Die genaue Grabstelle ist nicht überliefert; ein Kenotaph am Zentralfriedhof erinnert an ihn.

War Mozart arm gestorben?

Mozart hinterließ Schulden, aber kein extremes Elend. Sein Einkommen schwankte stark; zum Zeitpunkt seines Todes war er finanziell angespannt, aber nicht mittellos. Die Witwenpension für Constanze wurde später durch Benefizkonzerte aufgebessert.

Welche Krankheiten hatte Mozart im Laufe seines Lebens?

Mozart litt wiederholt an Infektionskrankheiten: Mit sechs Jahren überstand er Scharlach, später folgten Pocken (1767), Typhus (1768) und wiederkehrende rheumatische Beschwerden. Die finale Erkrankung 1791 dauerte etwa 15 Tage und zeigte Symptome wie Fieber, geschwollene Gelenke und Erbrechen.

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